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Der beste Umgang mit dem Betriebsrat

Jung, dynamisch und bereit, den Umsatz deutlich anzukurbeln, übernahm ich damals das Unternehmen meines Vaters. Ich kümmerte mich primär um den Verkauf und war darin sehr erfolgreich. Was dazu führte, dass auch die Produktionskapazitäten kontinuierlich erweitert werden mussten. Die Mitarbeiter mussten Überstunden fahren, weil wir es gar nicht schaffen konnten, so schnell genug neue Mitarbeiter zu finden und zu qualifizieren. Unser Betriebsrat musste unter anderem diese Überstunden genehmigen. Was er nur dann tat, wenn ich ihm gewisse Zugeständnisse in Form von Gegenleistung in anderen Bereichen machte, oder er verweigerte sich grundsätzlich. Warum verhielt sich unser Betriebsrat so? Wollte er etwa nicht, dass es dem Unternehmen gut geht? Ich fühlte mich permanent erpresst.


Machtmonopol aufgebaut
Der Betriebsratsvorsitzende war ein langjähriger Mitarbeiter der Produktion. Im Laufe der Zeit hatte dieser sich eine – ich nenne es mal so – mafiöse Struktur um sich herum aufgebaut. Diese Struktur bestand aus anderen Mitarbeitern, die ihm den Rücken stärkten und taten, was er von ihnen wollte. Das ärgerliche daran war, dass es ihm nur darum ging, seine eigenen Interessen zu vertreten. Die Kollegen waren ihm egal. Das Problem war: mein Vorgänger hatte ein Machtvakuum im Produktionsbereich entstehen lassen. In diesem Vakuum konnte sich der Betriebsratsvorsitzende Jahrzehnte lang sprichwörtlich breit machen. Es war ein Bereich ohne eine starke Führung. Erweiterung der Produktionsanlagen, Schichtmodelle, Überstundenausgleich, usw. – er hatte bei jedem Thema Mitbestimmungsrecht. In allem, was ich gerne nach vorne gebracht hätte, blockierte er mich. Wir hatten unendlich viele Betriebsratssitzungen und in jeder einzelnen gab es Konfrontationen. Irgendwann hatte ich das Gefühl, die Firma gehört mir überhaupt nicht mehr. Auf der einen Seite trug ich die Verantwortung für alles im Unternehmen – auf der anderen Seite brauchte ich für fast alles die Zustimmung des Betriebsrats. Ich kam an einen Punkt, wo ich mich fragte: „Wer ist hier eigentlich der Chef?“

Kernproblem Ursprung
In mir als junge Führungskraft wurden die Widerstände gegen den Betriebsrat, insbesondere gegen den Vorsitzenden, immer größer. Alles änderte sich erst, als dieser Mitarbeiter dauerhaft erkrankte und in den Vorruhestand gehen musste. Der neue Betriebsrat war deutlich kooperativer und die Sache verbesserte sich merklich. Ich stellte mir die Frage, was die Ursache dessen war, dass es zuvor die ganzen Jahre nur schwierige Kommunikation mit dem Betriebsrat gab und ich mich in meinem Wirken ausgebremst fühlte. Damals kannte ich die Antwort nicht. Ich hätte mich fragen müssen: Was hat das Ganze mit mir zu tun? Inwieweit ist mein Verhalten verantwortlich für die Reaktion meines Mitarbeiters? Die Antworten darauf hätten mich sicherlich weitergebracht. Heute weiß ich, dass es mir nur durch die Veränderung meines eigenen Verhaltens gelingt, das Verhalten meiner Mitmenschen zu verändern. Welches Bedürfnis steckte hinter dem Verhalten meines ehemaligen Betriebsratsvorsitzenden? Wollte er nur Macht? Wollte er Anerkennung? Hegte er möglicherweise aus der Vergangenheit heraus Rachegelüste? Welche Motive hatte er? Ich habe ihn nie gefragt.

Bedürfnis klären
Jeder mit Führungsverantwortung sollte wissen, welche Bedürfnisse die eigenen Mitarbeiter haben. Wie bitte? Was Sie noch alles können und machen müssen? Es wird Ihnen nichts anderes übrigbleiben, als sich mit dem Thema »Bedürfnisse der Mitarbeiter« zu befassen. Die aktuelle Arbeitswelt erfordert dies. Dazu benötigen Sie Zeit. Überprüfen Sie, wie Sie Ihre Führungsarbeit verändern können, um mehr Zeit für Führungsarbeit zu bekommen. Das funktioniert! Wenn Sie das Wissen haben, wie Sie schwierige Mitarbeiter öffnen können, zu erkennen was mit ihnen los ist – werden Sie erfolgreicher Führen.

Wenn Ihnen momentan nicht klar ist, wie Sie mehr Zeit für Führungsarbeit bekommen können, wie Sie die Bedürfnisse Ihrer Mitarbeiter erkennen können und vieles mehr, dann buchen Sie doch einfach mal ein Seminar bei mir. Ich zeige Ihnen gerne Lösungen auf.

Wie sieht es bei Ihnen im Unternehmen aus? Haben Sie auch das Gefühl, einzelne Mitarbeiter nicht zu verstehen? Ich freue mich auf den Austausch mit Ihnen.

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